Diverses

Im Winter

Im Januar 2021 waren die Bedingungen für wunderschöne Winterlandschaftsfotos einfach genial! So oft ich konnte packte ich meinen Fotorucksack, schnallte die Schneeschuhe an und wanderte durch den frischen Schnee in das tief verschneite Winterparadies. Ich konnte eine Fülle an herrlichen Stimmungen erleben.

Zum Teil hüllte mich dickster Nebel ein und die Sicht reichte nur ein paar Meter weit. Unvermittelt lichtete sich der Nebel manchmal wieder und gab den Blick auf die sanften Pastelltöne der Morgendämmerung frei. Kurzum stand ich wieder im dicken Nebel der dynamisch mal hoch- und mal runter waberte oder die mittlerweile aufgegangene Sonne brachte den Schnee um mich herum wie Millionen von Kristallen zum glitzern. Bei jedem Ausflug ins Wintermärchenland wurde ich wieder von anderen Lichtstimmungen überrascht! Durch den vielen Schneefall trugen auch die Bäume eine immense Ladung der herrlichen weissen Pracht auf ihren Ästen, welche sich unter der Last gegen den Boden neigten.

Eine besondere Herausforderung war jeweils die Kälte. Oft wehte zu den eisigen -12 Grad noch ein zusätzlicher bitterkalter Wind. So wurde jedes Wechseln des Kameraakkus zu einer Herausforderung, da ich dazu meine dicken Handschuhe ausziehen musste. Danach brauchten die klammen Finger jeweils eine Weile, bis sie wieder voll funktionsfähig waren.  Die ganze Szenerie erinnerte mich an die tief verschneiten eisigen Landschaften Lapplands. Trotz der Kälte war es einfach unglaublich schön!

Im Detail

So schön der Winter in seiner weissen Pracht auch sein mag, so freue ich mich doch auch immer wieder, wenn langsam der Frühling ins Land zieht. Ich kann es jeweils kaum erwarten, bis die ersten Frühblüher ihre Köpfchen der Sonne entgegen recken. Auch im Frühling 2021 habe ich wieder viel Zeit bäuchlings im Wald und Feld liegend verbracht. 

Es ist wie ein Spiel mit dem Licht, ein paar Zentimeter Unterschied in der Kameraposition ergibt einen völlig anderen Bildeindruck. Immer wieder schob ich deshalb die Kamera nach rechts, nach links, mal hoch oder runter, drückte fleissig auf den Auslöser und beobachtete mit Staunen, was sich dabei im nackenschonenden Klappdisplay für wunderschöne Szenerien zeigten. Ich spielte mit der Brennweite, wechselte vom Makroobjektiv aufs Zoom und manchmal sogar aufs Lupenobjekt und wieder zurück. Die Zeit verging wie  im Flug und damit änderte sich natürlich auch der Sonnenstand, wodurch sich immer wieder neue Bildideen ergaben. 

Mit vollen Speicherkarten, leeren Akkus, schmutzigen Kleidern und Schuhen voller Erdklumpen trat ich nach einer solchen Blümchenfototour jeweils glücklich den Weg nach Hause an.

Bei den Füchsen

Voller Erwartung auf junge Füchse streifte ich letzten Frühling durch die Wälder in meiner Umgebung, klapperte die bekannten Fuchsbauten ab, suchte nach weiteren Bauten und nach Hinweisen auf Aktivität. Immer wieder besuchte ich die Standorte, an denen ich Aktivität vermutete und die sich zum Fotografieren eignen könnten. Dabei setzte ich auch meine Wildkameras ein, die ich immer wieder umsetzte. Viele Bauten stellten sich als Dachsbauten heraus. Da Dachse in der Regel eher in der Dämmerung und in der Nacht ausserhalb des Baues anzutreffen sind, gestalten sich fotografische Projekte durch das fehlende Licht recht schwierig. Aber schon die Durchsicht der Fotos und Videos der Wildcams, die die Bewegung von Vögeln, Mäusen, Mardern, Rehen, Dachsen und Füchsen festhielten, war sehr spannend. 

Letztlich war nur ein Fuchsbau zum fotografieren geeignet. Ich konnte schon das Jahr zuvor an diesem Bau das Heranwachsen der Jungfüchse miterleben und war dementsprechend neugierig. Es stellte sich heraus, dass der Bau in dem Jahr sogar durch zwei Fähen benützt wurde. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um Mutter und Tochter. Die Jungfüchse waren schwierig zu zählen. trotz der vielen Bilder und Videos der Wilcams weiss ich bis heute nicht genau, wie viele es waren, gehe aber von mindestens 10 Jungtieren aus. 

Die beiden Würfe lagen zeitlich etwa einen Monat auseinander. Als die Älteren bereits seit vier Wochen frech und vorwitzig das Gebiet erkundeten, streckten die jüngeren zaghaft das erste Mal ihre Gesichtchen ins Freie. Eines der Kleinen war äusserst mutig und oft mit dem Vorwitzigsten aus dem älteren Wurf am herumtollen. Aus dem Verhalten zwischen den Fähen und den Jungtieren liess sich nicht genau schliessen, welche Fähe die Mutter welches Wurfes war. Die Rasselbande begrüsste beide Fähen gemeinsam stürmisch und sowohl die Kleinen wie auch die Älteren wurden von beiden Fähen gesäugt. 

Spannend war es auch zu beobachten, wie die Fähen bei der Jagd zusammen arbeiteten. Als die eine Fähe auf einem Feld nahe des Baues alle paar Minuten eine Wühlmaus ans Tageslicht beförderte kam plötzlich die zweite Fähe dazu. Die Beute von mindesten 5 fetten Mäusen wurde daraufhin von der Jägerin auf dem Boden abgelegt, von der zweiten Fähe aufgenommen und zum Bau transportiert, wo sich viele gierige kleine Mäuler lautstark über das Mahl freuten. Ich konnte die Füchse einige Tage in dem Feld beim Jagen beobachten, dabei kamen kiloweise Wühlmäuse zusammen. Eine erneute Mausübergabe habe ich allerdings nicht mehr gesehen. 

Es war wieder ein tolles Erlebnis, die kleinen Racker beobachten zu können. Manchmal war ich mir jedoch nicht so sicher, wer jetzt wen genauer beäugte, denn die Neugierigsten der Bande schlichen sich immer wieder durch die Gebüsche an um zu schauen, was da so komisches am Waldrand sitzt.

Wer beobachtet hier wen?

Auf diesen Fotos kann man gut den Grössenunterschied der Jungtiere erkennen. Der Altersunterschied der Würfe betrug etwa einen Monat.

Sehr spannend und herzig waren jeweils die Interaktionen der Jungfüchse untereinander.  

Das letzte Bild zeigt ein Junges, das lange an einem Ast herumgeknabbert hat und dann offenbar mit einem Holzstückchen im Mund kämpfte, das es zu meinem Erstaunen plötzlich hinunterschluckte. Bei der genaueren Durchsicht der Bilder am Computer erkannte ich dann meinen Irrtum. Ich konnte im Maul des Rackers nun eine ziemlich grosse Spinne erkennen, die sich eine Zeit lang offenbar widerspenstig mit ihren langen Beinen an seiner Lippe festgehalten hat.

Unermüdlich und sehr erfolgreich jagte die Fähe den ganzen Tag über in diesem Feld nach Mäusen. 

4 Antworten

  1. Super schöner Rückblick, besonders die Füchse <3 Das mit den zwei Fähen ist spannend, habe ich letzten Frühling auch das erste Mal ein einem Bau beobachtet. Und auch ein Rüde war regelmässig da – also insgesamt 3 Altfüchse und eine Rasselbande von mind. 8 Jungtieren. Leider liegt dieser Bau aber sehr im Dickicht und ist somit praktisch unfotografierbar 🙁

    1. Merci viel mal Mel!
      Mir gings auch so mit den Bauten, viele liegen einfach nicht sehr gut zum Fotografieren, sei es vom Licht her oder von der Übersichtlichkeit. Aber dadurch bleibt auch der Reiz erhalten. Und wenns dann trotz der Widrigkeiten klappt ist man umso glücklicher :-)!

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